Stadt und Verkehr
Stadt und Verkehr sind untrennbar miteinander verbunden. Die hohe Konzentration von Bevölkerung und Arbeitsplätzen ermöglicht eine „Stadt der kurzen Wege“ und eine hohe nicht-motorisierte Mobilität. Die mit der hohen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte verbundene Bedeutung der Stadt für ihr Umland führt jedoch auch zu hohen Verkehrs- und Umweltbelastungen durch den motorisierten Individualverkehr und den Wirtschaftsverkehr aus dem Umland. Das hohe Verkehrsaufkommen in den Städten eröffnet indessen zahlreiche Möglichkeiten, den öffentlichen Verkehr zu gestalten.
An dieser Stelle werden aktuelle Vorhaben vorgestellt, die sich insbesondere mit den planerischen und organisatorischen Aspekten einer integrativen Stadt- und Verkehrspolitik beschäftigen.
Integration von Mobilitätsmanagement in die Stadtplanung – Rechtliche Möglichkeiten und Stand der Praxis
Kommunales Mobilitätsmanagement ist in Deutschland – bis auf wenige gute Beispiele – nicht systematisch in die Stadt- und Verkehrsplanung eingebunden. Im Sinne eines integrierten und ganzheitlichen Ansatzes hat der Bund die Studie in Auftrag gegeben, um untersuchen zu lassen, inwieweit Maßnahmen des Mobilitätsmanagements stärker in das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht sowie in das Umweltrecht integriert werden können.
Evaluation von Dialogmarketing mit Neubürgern
Die Möglichkeiten zur Beeinflussung des Mobilitätsverhaltens durch Marketingmaßnahmen werden hoch eingeschätzt. Insbesondere dem Dialogmarketing von Neubürgern wird eine hohe Wirkung auf das Verkehrsmittelwahlverhalten zugesprochen, da der Umzug Gewohnheiten und Routinen im Mobilitätsverhalten aufbrechen kann.
Bislang gab es jedoch keine empirische Studie, die die kausalen Effekte der Marketingmaßnahme von den umzugsbedingten Verhaltenseffekten zu trennen vermochte. Dadurch hielten sich Verkehrsunternehmen und Städte bislang zurück, in solche Maßnahmen zu investieren.
FOPS-Projekt 73.335: Anpassung von verkehrlichen Infrastrukturen (insbesondere Straßenbahnen) aufgrund des Stadtumbaus
Stadtumbauprozesse wirken sich durch Veränderung der Stadtstrukturen auch auf die Nachfrage im Verkehrsbereich aus. Bezogen auf Stadt- und Straßen-bahnen ergeben sich daraus Fragen der Effizienz. Im Projekt werden Strate-gien entwickelt, die hinsichtlich der schienengebundenen ÖPNV-Systeme zu tragfähigen Entscheidungen führen und dabei alle Handlungsoptionen von Rückbau bis Umbau oder Ergänzung einbeziehen. Grundlagen sind dabei ne-ben wirtschaftlichen Faktoren auch die Entwicklungsziele der Stadt, Umwelt-fragen sowie "weiche" Standortfaktoren.
FOPS-Projekt 73.328: Abschätzung und Bewertung der Verkehrs- und Kostenfolgen von Bebauungs- und Flächennutzungsplänen insbesondere für die kommunale Siedlungsplanung unter besonderer Berücksichtigung des ÖPNV
Das Projekt stellt öffentlichen und privaten Trägern der Infrastruktur sowie der Bauleitplanung ein einfaches Instrument an die Hand, um frühzeitig Zusammenhänge zwischen der Bau- und Siedlungsstruktur, dem infrastrukturellen Ausbaustandard und der Bedienungsqualität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) abschätzen zu können.
FOPS-Projekt 73.336: Chancen des ÖPNV in Zeiten einer Renaissance der Städte
Das Forschungsprojekt analysiert den Stellenwert des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bei der Wahl des Wohnstandorts. Dazu werden Personen, die die Innenstadt bewusst als Wohnort gewählt haben, nach ihren Standortwünschen, ihrem Mobilitätsverhalten und ihren Verkehrsmittelpräferenzen befragt. Diese Untersuchungen erfolgen in drei Modellstädten. Hierauf aufbauend werden praxisnahe Empfehlungen für die strategische Ausrichtung von ÖPNV und Stadtplanung formuliert.