ÖPNV
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) nimmt eine wichtige Rolle im Modal-Split der Stadt- und Ballungsräume ein. Die Vernetzung von Verkehrsangeboten über Taktfahrpläne, erweiterte Informationsdienste und neuen Verkehrsangeboten bilden zentrale Ansatzpunkte von Verbundorganisationen und Verkehrsunternehmen in den unterschiedlich strukturierten Stadtregionen in Deutschland. Die Herausbildung neuer Vertriebswege (Bsp. Mobiltelefon) und die interregionale, interoperable Nutzbarmachung von Verkehrsangeboten über ein Kundenmedium (Bsp. Chipkarte) sind dabei nur zwei Ansatzpunkte der zunehmend stärker ausgeprägten Kundenorientierung.
eTicket im HVV I + II
Die Vernetzung von Vertriebssystemen verschiedener Unternehmen und Ausprägung zu einer Systemarchitektur, um den Datenaustausch zwischen Front- und Backendsystemen herzustellen, stehen im Vordergrund des Projektes. Die Entwicklung soll als Basis für den Aufbau eines Demonstrationsvorhabens in Hamburg-Harburg dienen.Zuwendungsempfänger: Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Projektlaufzeit: 01.08.2008 - 31.12.2012 (Phase I wurde zum 28.02.10 abgeschlossen)
Durch die Umstellung auf eTickets können beim HVV eine wesentliche Tariflücke geschlossen und für den Kunden neue Anreize zur Nutzung des ÖV geschaffen werden. So gibt es aufgrund der nicht vorhandenen Entwerterstruktur kein passendes Angebot zwischen den vergleichsweise teuren Einzelkarten und Zeitkarten, die erst ab einer bestimmten Nutzungsintensität interessant werden. Durch den Aufbau eines elektronischen Fahrgeldmanagements soll eine elektronische Mehrfahrtenkarte geschaffen werden, bei der durch nachträgliche Zusammenführung aller Einzelkartenumsätze eines Kunden ein Vorteilspreis auch für regelmäßige Nutzer unterhalb der Nutzenschwelle für Zeitkarten ermöglicht wird. Das Nutzerverhalten der Kunden kann dadurch gesteigert und dem ÖPNV in der Region Hamburg auch neue Kunden zugeführt werden.
Durch die Einführung von eTickets können v. a. in bestimmten Tarifsegmenten Missbrauchspotenziale vermindert werden. Eine erhöhte Fälschungssicherheit wird zudem durch die Erzeugung einer einheitlichen Sperrliste erreicht, über die nicht registrierte Karten automatisch erkannt und in allen Systemen gesperrt werden können. Durch die Vernetzung der verschiedenen Vertriebssysteme (Automaten, Busdrucker, Verkaufs- und Prüfgeräte) mit den bestehenden Kundendatensystemen, die bei den großen Unternehmen unterhalten werden, soll eine durchgängige Kommunikation aufgebaut werden, die gleichzeitig die Eigenständigkeit der Systeme erhalten lässt. Die unterschiedlichen Schnittstellen zu den Systemen und eine funktionale Erweiterung bzw. Aufrüstung von Systemkomponenten muss realisiert werden, um einen Datenaustausch zu ermöglichen und den Stand in den Systemen verschiedener Lieferanten und Unternehmen zu harmonisieren.





