Mobilitätsmanagement
Das Mobilitätsmanagement ist ein Ansatz zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage durch Information und Beratung und die Organisation verkehrsmittelübergreifender Angebote durch Anreize und Motivierung. Im Gegensatz zur Planung und Bereitstellung von Infrastrukturen oder der gezielten Steuerung von Verkehrsabläufen stehen "weiche" Maßnahmen, d.h. Optionen und Wahlmöglichkeiten für freiwillige Verhaltensänderungen im Verkehr im Vordergrund. Diese beinhalten die Information der Verkehrsteilnehmer über eine gezielte, systemübergreifende Nutzung vorhandener Verkehrssysteme. Ein Beispiel hierfür stellen Mobilitätszentralen dar, welche Informationen über Fahrpläne, Car-Sharing, Mietwagenangebote oder Möglichkeiten der Fahrradnutzung für eine ganzheitliche Mobilitätsberatung bereithalten. Ziel des Mobilitätsmanagements ist die langfristige Bewältigung von Verkehrsproblemen, wie etwa die Reduzierung von Staus, Umweltbelastung, Lärm oder Unfällen, sowie die Sicherung bestehender Mobilitätsansprüche.
Bürgerservice Pendlernetz in Nordrhein-Westfalen
Seit September 2002 wird in NRW von zahlreichen Kreisen, Gemeinden und Städten mit dem „Bürgerservice Pendlernetz“ ein Internet-basierter Vermittlungsdienst für Mitfahrgelegenheiten angeboten. Er richtet sich vor allem an Berufs- und Freizeitpendler und hat zum Ziel, die Straßen während der Tagespitzen zu entlasten und die Umwelt nachhaltig zu schonen.
In Nordrhein-Westfalen sind es über 3,6 Mio. Menschen, die jeden Morgen ihre Kommune verlassen müssen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Hinzu kommen noch die Alltagspendler auf dem Weg zur Schule, zum Sport oder zum Einkaufen. Mehr als 80 Prozent nutzen hierfür den eigenen PKW, der jedoch durchschnittlich mit nur 1,04 Personen besetzt ist. Obwohl laut der Studie MOBILITÄT IN DEUTSCHLAND 2002 das „Zusammenfahren“ in den letzten zwanzig Jahren den stärksten Zuwachs verzeichnet hat – 19% aller Wege werden inzwischen als Fahrgemeinschaften zurückgelegt – blieb die Bildung privat organisierter Fahrgemeinschaften meistens dem Zufall bzw. dem Engagement der Pendler überlassen.Seit September 2002 bieten nun eine wachsende Zahl von Kreisen, Städten und Gemeinden in NRW den Mitfahrservice „Bürgerservice Pendlernetz“ speziell für Berufs- und Alltagspendler an. Vor allem die Reduzierung des jährlich wachsenden Verkehrsaufkommens während der täglichen Spitzenzeiten und die damit verbundenen negativen Folgen für Mensch und Umwelt stehen dabei im Vordergrund. Anders als bei herkömmlichen Mitfahrzentralen bietet die kostenlose Internetplattform „Pendlernetz“ als Ziel- und Startpunkt nicht nur Städte, sondern auch Stadtteile, Straßen oder Firmen einer Region an. Im Januar 2005 waren beispielsweise 40.000 Mitfahrangebote und –gesuche in NRW verfügbar. Inzwischen wurde auch in Stuttgart und in der Rhein-Main-Region ein „Pendlernetz“ eingeführt. Aufgrund des großen Nutzens, den das Angebot für die Steuerung des Verkehrsaufkommens in Ballungsräumen und für den Umweltschutz bringen kann, wurde es als Projekt der Agenda21 in NRW ausgezeichnet.
Projektberatung Pendlernetz
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