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Mobilitätsmanagement

Das Mobilitätsmanagement ist ein Ansatz zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage durch Information und Beratung und die Organisation verkehrsmittelübergreifender Angebote durch Anreize und Motivierung. Im Gegensatz zur Planung und Bereitstellung von Infrastrukturen oder der gezielten Steuerung von Verkehrsabläufen stehen "weiche" Maßnahmen, d.h. Optionen und Wahlmöglichkeiten für freiwillige Verhaltensänderungen im Verkehr im Vordergrund. Diese beinhalten die Information der Verkehrsteilnehmer über eine gezielte, systemübergreifende Nutzung vorhandener Verkehrssysteme. Ein Beispiel hierfür stellen Mobilitätszentralen dar, welche Informationen über Fahrpläne, Car-Sharing, Mietwagenangebote oder Möglichkeiten der Fahrradnutzung für eine ganzheitliche Mobilitätsberatung bereithalten. Ziel des Mobilitätsmanagements ist die langfristige Bewältigung von Verkehrsproblemen, wie etwa die Reduzierung von Staus, Umweltbelastung, Lärm oder Unfällen, sowie die Sicherung bestehender Mobilitätsansprüche.

Koordinierung von Schulanfangszeiten und Busfahrplänen

Durch eine Koordinierung von Schulanfangszeiten und Busfahrplänen lassen sich deutliche Einsparungen erzielen. In Zusammenarbeit mit Eltern und Verkehrsunternehmen lassen sich dabei verträgliche Lösungen finden, die nicht nur kostengünstiger, sondern z.T. auch komfortabler sind.
Projektlaufzeit: -
Projektbeschreibung
Die Größe der Fahrzeugflotte wird im ÖPNV i.d.R. vom Bedarf in der Morgenspitze bestimmt. Besonders im ländlichen Raum wird diese maßgeblich vom Schülerverkehr geprägt: Hier wiederum konzentriert sich die Spitze auf die Schulanfangszeiten die gehäuft im Bereich von 7:50 Uhr bis 8 Uhr liegen. Die Folge ist, dass nur für sehr kurze Tageszeiten ein (unwirtschaftlich) großer Fahrzeugpark und Personal benötigt wird. Durch eine Entzerrung bzw. Staffelung von Schulanfangszeiten konnten u.a. im Regionalverkehr Münster Betriebskosten im ÖPNV von bis zu 8 % eingespart werden. Gleichzeitig wurde das ÖPNV-Angebot durch eine Erhöhung des Fahrtenangebotes, mehr Direktfahrten und eine Verringerung von Wartezeiten sogar insgesamt verbessert. Wichtig für den Umsetzungserfolg eines solchen Prozesses sind intensive Abstimmungen mit Schulen, Schulträgern und Eltern. Der Ansatz selber wurde 2002 mit dem Innovationspreis ÖPNV des Bundesverkehrsministers ausgezeichnet; ein Programmtool zur Unterstützung dieses Optimierungsprozesses wurde auf der HEUREKA 2005 mit einem Förderpreis prämiert. Innovativ ist indiesem Ansatz zudem die Risikoverteilung: Das durchführende Consulting-Büro bpi-consult hat erfolgsabhängige Werkverträge erhalten, die für die Auftragnehmer eine hohe Motivation zur Umsetzung beinhalten. Die Schulträger haben eine Eigenmotivation, da sie Vorteile von einer Verringerung der Kosten des Schülerverkehrs haben. Die Schulzeitstaffelung wurde von bpi mittlerweile in 7 Städten umgesetzt; dort konnten jeweils rd. 10 Busse eingespart werden. In vielen weiteren Städten wurden Vorstudien durchgeführt.
Kontakt
BPI-Consult GmbH
Dr. Christian Mehlert
Tel. 030/21304-126
meh@bpi-consult.de

Armin Fügenschuh
Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Mathematik
Schloßgartenstr. 7, 64289 Darmstadt
Tel.: 06151 / 16-3689
fuegenschuh@mathematik.tu-darmstadt.de


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