Mobilitätsmanagement
Das Mobilitätsmanagement ist ein Ansatz zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage durch Information und Beratung und die Organisation verkehrsmittelübergreifender Angebote durch Anreize und Motivierung. Im Gegensatz zur Planung und Bereitstellung von Infrastrukturen oder der gezielten Steuerung von Verkehrsabläufen stehen "weiche" Maßnahmen, d.h. Optionen und Wahlmöglichkeiten für freiwillige Verhaltensänderungen im Verkehr im Vordergrund. Diese beinhalten die Information der Verkehrsteilnehmer über eine gezielte, systemübergreifende Nutzung vorhandener Verkehrssysteme. Ein Beispiel hierfür stellen Mobilitätszentralen dar, welche Informationen über Fahrpläne, Car-Sharing, Mietwagenangebote oder Möglichkeiten der Fahrradnutzung für eine ganzheitliche Mobilitätsberatung bereithalten. Ziel des Mobilitätsmanagements ist die langfristige Bewältigung von Verkehrsproblemen, wie etwa die Reduzierung von Staus, Umweltbelastung, Lärm oder Unfällen, sowie die Sicherung bestehender Mobilitätsansprüche.
MobiMan - Analyse der möglichen Kosteneinsparungen auf betrieblicher Ebene durch Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements am Beispiel ausgewählter Betriebe in der Stadt Trier
In dem Vorhaben werden in erster Linie die finanziellen Vorteile für Betriebe und deren Beschäftigte durch Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) analysiert. Zu diesem Zweck werden für ausgewählte Betriebe in der Stadt Trier mögliche Maßnahmen des BMM skizziert und bzgl. ihrer finanziellen Auswirkungen untersucht.Zuwendungsempfänger: Büro für Mobilitätsberatung und Moderation, Stadtverwaltung Trier, Städtisches Krankenhaus „Mutterhaus der Borromäerinnen“
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 01.09.2007 / Projektende: 31.10.2009
Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) optimiert durch bessere Information und Kommunikation sowie durch bessere Organisation und Koordination von Dienstleistern alle Verkehre, die von Unternehmen ausgehen (Berufspendelverkehre, Materiallieferungen). BMM ist in einigen europäischen Ländern schon recht häufig anzutreffen, in Deutschland ist die Verbreitung noch vergleichsweise gering. Je nach Problemlage können verschiedene Ziele des Betrieblichen Mobilitätsmanagements im Vordergrund stehen, z.B. Verringerung der Umweltbelastung, Erhöhung der Verkehrssicherheit oder Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter (z.B. durch Radnutzung).
BMM muss von den Unternehmen und seinen Mitarbeitern ausgehen. Dafür müssen aber neben gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen die Kostenvorteile für Angestellte und für Unternehmen deutlich werden. Die Maßnahmen können von Betrieb zu Betrieb verschieden sein, einige beispielhafte Maßnahmen sind:
Einführung von Job-Tickets
Förderung von Fahrgemeinschaften / Car-Sharing
Parkraumbewirtschaftung
Individuelle Mobilitätsberatung für Mitarbeiter
Optimierung von Werkverkehren
Anschaffung von Dienstfahrrädern, Fahrradservice im Betrieb
Parallel dazu ist auch für die Betriebe ein umfangreicher Kostenrechner erstellt worden, mit dem sich Ausgaben für einen Jobticketzuschuss, den notwendigen Unterhalt von Parkplätzen oder die Installation guter Fahrradständer usw. auch einfache und sehr praktikable Weise ermitteln lassen. Das gesamte Tool bietet den großen Vorteil, auf einfache Art und Weise verschiedene Szenarien eines betrieblichen Mobilitätsmanagements durchkalkulieren zu können. Dabei erhält man mit der Eingabe weniger Werte sofort den Überblick, wie viel in ein BMM investiert werden muss, um kurz und langfristig für Betrieb und Beschäftigte teilweise signifikante Summen zu sparen. Häufig konnte gezeigt werden, dass mit vergleichsweise geringen Investitionen oder organisatorischen Umstellungen dauerhaft bedeutende Einsparungen realisiert werden können.
Abgesehen von der Entwicklung des Kalkulationstools gibt es als Resultat des Vorhabens in Trier nun ein für alle Betriebe zugängliches Jobticket. Das Klinikum "Mutterhaus der Borromäerinnen" hat einen umfassenden Mobilitätsplan erstellt und setzt diesen bereits erfolgreich um. So wurde u.a. das Teilkonzept der Parkraumbewirtschaftung überarbeitet, komplett neue und hochwertige Fahrradständer angeschafft, ein sehr erfolgreicher Fahrradaktionstag organsiert, welcher inzwischen zu einem jährlichen, umfassenden Mobilitätsaktionstag ausgeweitet wurde und schließlich wurde auch eine Zuschussregelung zum Jobticket bzw. zur Fahrkarte eingeführt.
Über weitere Teilprojekte, wie die vereinfachte Vermittlung von Wohnraum für neue Beschäftigte in der Nähe des Arbeitsstandortes oder einer Abmachung zwischen Fahrradhändlern und großen Betrieben zur Gewährung eines kleinen Kaufpreisrabattes für die Beschäftigten der Betriebe konnten bei weiteren Betrieben in der Stadt BMM-Aktivitäten angestoßen werden. Darüber hinaus konnten mit den Kammern, Gewerkschaften, der Lokalen Agenda, den Fachverbänden ADFC und VCD, sowie den ansässigen Mobilitätsdienstleistern quasi alle wichtigen Multiplikatoren und Anbieter von Verkehrsleistungen für das BMM gewonnen werden.
54290 Trier Tel.: 0651/21900Fax: 0651/4361137





