Mobilitätsmanagement
Die Ausübung von Freizeitaktivitäten ist meistens mit Verkehr und Mobilität verbunden und umgekehrt. Daher hat ein Tourismusmanagement auch Auswirkungen auf die Freizeitmobilität, genauso wie die Verkehrsplanung und das Mobilitätsmanagement Einfluss auf den Tourismus in ländlichen Regionen nehmen. Zur Abstimmung und Bündelung von Interessen und Ressourcen sollten touristische Dienstleister und Verkehrsträgerunternehmen miteinander kooperieren.
Mobilitätsmanagement in einer Tourismusregion am Beispiel der Insel Usedom
Die Überlastung des Verkehrssystems auf der Ostseeinsel Usedom wirkt insbesondere in der Hauptsaison dem Ziel eines Qualitätstourismus entgegen. Das Konzept UsedomCard umfasst ein integriertes Mobilitäts- und Tourismusmanagement, bei dem Verkehrsdienste und touristische Angebote attraktiv miteinander verknüpft werden, um den Autoverkehr in der Urlaubsregion zu minimieren.
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Projektbegleitung: TÜV Rheinland Consulting, Zentralbereich Forschungsmanagement
Zuwendungsempfänger: PTV AG, IRS Consult AG, Tourismusverband Usedom, Büro für Verkehrsplanung und Verkehrsforschung
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 01.09.2006 / Projektende: 31.12.2009
Zuwendungsempfänger: PTV AG, IRS Consult AG, Tourismusverband Usedom, Büro für Verkehrsplanung und Verkehrsforschung
Projektlaufzeit: Projektbeginn: 01.09.2006 / Projektende: 31.12.2009
Projektbeschreibung
In Deutschland werden gegenwärtig in zahlreichen Tourismusregionen so genannte Gäste- bzw. Tourismuskarten eingeführt. Sie motivieren den Gast, Sehenswürdigkeiten zu besuchen, touristische Angebote zu nutzen und dabei öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
Das Servicekonzept der UsedomCard basierte weitgehend auf bestehenden Mobilitäts- und Tourismusangeboten und war auf die Anforderungen der regionalen Akteure und der Nutzer auszurichten. Die technische Lösung sollte möglichst einfach und kompatibel zu vorhandenen Systemen sein sowie Datenprofile zum Gästeverhalten liefern. Wesentliche Anforderungen der Nutzer an eine UsedomCard waren ein umfassendes und einfach zu nutzendes Mobilitätsangebot (Bahn, Bus, Leihfahrräder), ein breites Angebot an touristischen Attraktionen sowie Preisvergünstigungen bei deren Nutzung.
Das Kartenkonzept wurde im Rahmen einer 11-monatigen Demonstrationsphase (Mai 2008 - März 2009) in allen zehn Seebädern auf Usedom getestet. Parallel hierzu durchgeführte Auswertungen zum Nutzungs- und Akzeptanzverhalten machten eine Bewertung des Kartenkonzepts möglich. Es lässt sich grundsätzlich feststellen, dass die UsedomCard von den Urlaubsgästen angenommen wurde. Dennoch konnten nur knapp 6.000 Karten abgesetzt werden, so dass insgesamt nur ein sehr geringes Kundenpotenzial ausgeschöpft werden konnte.
Die UsedomCard wurde vor allem als Mobilitätsticket für die Usedomer Bäderbahn genutzt und hatte rund ein Dritter der Nutzer zum Umstieg auf den ÖPNV bewogen. Somit erweis sich die UsedomCard als geeignetes Instrument zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl. Für die Gäste ergaben sich eine erkennbare Kostenersparnis und mehr Transparenz bei den Freizeitmöglichkeiten. Auch wurde erstmals ein inselweiter Anbieterverbund geschaffen.
In dieses Projekt waren alle relevanten lokalen und regionalen Akteure wie z.B. der Tourismusverband Insel Usedom e.V, die Usedomer Bäderbahn GmbH, die Kaiserbäder / Gemeinden etc. eingebunden. Wissenschaftlich begleitet und moderiert wurde das Vorhaben durch die PTV AG Berlin und das Büro für Verkehrsplanung und Verkehrsforschung, die auch das integrierte Verkehrsentwicklungskonzept Usedom-Wollin entwickelt haben, sowie von der IRS Consult AG, die bereits über zahlreiche Erfahrungen bei der Umsetzung von Tourismuskarten in Deutschland verfügen.




