Um die ehrgeizigen Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen, sind verschiedene, innovative Lösungen im Bereich der Fahrzeugtechnik anzustreben. Die hohen Herausforderungen hinsichtlich signifikanter CO₂ Einsparungen lassen sich beispielsweise durch die Entwicklung von energieeffizienten Systemen oder Hybridtechnologien begegnen.
Futura Carrier - Das moderne Binnenschiff
Der Futura Carrier soll helfen, die Umweltfreundlichkeit und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Binnenschiffsflotte zu verbessern. Verschiedene neue Technologien erlauben eine erhebliche Reduktion von Emissionen und Betriebskosten bei gleichzeitiger Leistungssteigerung.
Projektlaufzeit: 04/2005-01/2007
Projektbeschreibung
Schadstoffemissionen von See- und Binnenschiffen rücken zunehmend in das Blickfeld der Verkehrspolitik. Problematisch sind hier insbesondere der alte Fahrzeugbestand, sehr unterschiedliche Treibstoffqualitäten und fehlende Grenzwerte. Dabei stellt der Treibstoffverbrauch einen wesentlichen Kostenfaktor dar und Abgasemissionen von Schifen können die Luftqualität in Hafennähe nennenswert verschlechtern.
Um die Situation zu verbessern förderte das Umweltbundesministerium die Entwicklung eines extrem schadstoffarmen Schiffstyps, indem eine Vielzahl neuer technischer Erkenntnisse genutzt wurden. Das Ergebnis stellt der Futura Carrier dar. Das Schiff ist mit modernen Partikelfiltern ausgestattet und vermindert so den Feinpartikelausstoß um bis zu 99 % und den Stickoxidausstoß um bis zu 70 %. Außerdem verbraucht das Schiff zwanzig Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Binnenschiffe. Die Erfinder versprechen eine Betriebskostensenkung um 35 %, was die Binnenschifffahrt konkurrenzfähiger gegenüber Straße und Schiene machen soll. Erreicht wird diese Ersparnis durch mehrere Technologien:
Die neue Rumpfform des Schiffes (s. Bilder unten) fängt am Bug mit einem katamaranähnlichen Doppelrumpf an und geht erst beim Laderaum in einen Einzelrumpf über. So sollen Wellenbildung und Wasserverdrängung am Vorschiff verringert werden.
Eine neuartige "Luftfilmschmierung" kommt zum Einsatz. Ähnlich wie bei einer elastischen Haifischhaut sollen kleine Luftbläschen unter dem Schiff den Reibungswiderstand verringern.
Weiterhin übernehmen vier kleine Dieselmotoren den Antrieb des Schiffes, im Gegensatz zu einer, oftmals zu großen, Maschine bei herkömmlichen Schiffen. Diese LKW-Motoren betreiben voneinander unabhängige, in alle Richtungen drehbare Propeller, die die Manövrierfähigkeit des Schiffes enorm erhöhen - so soll das Schiff z. B. auf der Stelle wenden können.
Außerdem kann das Schiff 20 % mehr Ladung befördern, als vergleichbar große Schiffe.
Weiterhin soll das Schiff auch bei geringeren Wassertiefen (bis 2,5 Meter) fahrtüchtig bleiben und die Uferflora und -Fauna durch den verminderten Wellengang weniger stören. Die Förderung des Bundes betrug 2,3 Millionen €, der Gesamtpreis liegt bei 7,3 Millionen €. Der Prototyp wurde für vorerst drei Jahre gechartert und soll auf dem Rhein fahren.
Ein wichtiger Aspekt bei der Neuentwicklung lag auf dem Containertransport. So kann das im Januar getaufte Schiff 220 TEU (Twenty-Foot Equivalent Units) transportieren. Die Schiffe sollen jedoch in modularer Bauweise gefertigt werden können (s. PDF Futura-Familie unter Downloads). Der Tanker-Prototyp soll im Frühjahr '07 fertig gestellt werden, es sind aber auch Getreide- oder Schüttgutfrachter und sogar Fährsysteme denkbar. Eine küstenfahrtfähige Variante befindet sich nach Angaben des Herstellers in Vorbereitung.
Allgemeine Ansätze zur Verbesserung deer Umweltfreundlichkeit im Schiffsverkehr finden Sie im Forschungs-Informations-System Mobilität, Verkehr und Stadtentwicklung (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in der Wissenslandkarte "Wie können Verkehrssicherheit und Umweltschutz in Nord- und Ostsee verbessert werden?".
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