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Planung und Finanzierung

Die Planung von Verkehrsinfrastruktur erfolgt sowohl auf kommunaler als auch auf Bundesebene auf Basis standardisierter Bewertungsverfahren. Die Bewertungsverfahren sowie Planungsprozesse müssen dabei möglichst alle relevanten Auswirkungen der Verkehrsinfrastruktur erfassen und müssen laufend neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Bewertung von Verkehrsinfrastrukturvorhaben ist jedoch auch abhängig von Überzeugungen und Werteinstellungen. Dies zeigt sich zum Beispiel an kontrovers geführten Diskussionen zum Beispiel beim (Aus)bau von Flughäfen oder auch Straßeninfrastruktur (z.B. Waldschlösschenbrücke in Dresden).

Die Diskussion über die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur hat seit Jahren zentrale Bedeutung in der Verkehrspolitik. Grund hierfür sind die wachsenden Finanzierungsdefizite bei der heute vorherrschenden Steuerfinanzierung. Die Kommission Infrastrukturfinanzierung hat schon im Jahr 2000 eine verstärkte Nutzerfinanzierung empfohlen. Betreibermodelle (A-Modell, F-Modell) sowie die Lkw-Maut verfolgen dieses Ziel, indem zur Nutzung der Verkehrsinfrastruktur für Lkw bzw. für bestimmte Streckenabschnitte Mautabgaben eingezogen werden, die zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur genutzt werden. Aber nicht nur im Straßenverkehr, auch bei den anderen Verkehrsträgern ist die Frage der effizienten Finanzierung der Infrastruktur aktuell.

Kosten-Nutzen-Analyse: Bewertung der Effizienz von Radverkehrsmaßnahmen

Mit Hilfe des Forschungsvorhabens sind erste Schritte in der Entwicklung eines Verfahrens erfolgt, mit dessen Hilfe Wirkungen von Radverkehrsmaßnahmen im Gesamtkontext des Verkehrsgeschehens bewertet werden können.
FOPS-Projekt Nr. 70.785/2006
Auftragnehmer: TCI Röhling, PTV AG
Projektbeschreibung
Mit dem entwickelten Verfahren lassen sich sowohl strategische Radverkehrskonzepte als auch einzelne Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs hinsichtlich ihrer Effizienz bewerten. Hierzu wurden in dem Projekt typische Nutzenkomponenten bestimmt und den Kosten des Radverkehrs gegenüber gestellt.

Das neue Verfahren wurde mit den zwei kommunalen Praxispartnern Berlin und der Freien und Hansestadt Hamburg getestet und erprobt. In einem Leitfaden ist das Verfahren für den praktischen Einsatz in Kommunen dargestellt. Es wurden Vorschläge erarbeitet und Empfehlungen gegeben, wie das entwickelte Verfahren an gängige Bewertungssysteme angegliedert werden kann. Darüber hinaus wurde untersucht, inwieweit und unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen der Einsatz eines Bewertungssystems für Radverkehrsmaßnahmen eine Auswirkung auf die Förder- und Zuwendungspraxis haben kann.

Die Nutzenkomponenten sowie deren Berechnung und Monetarisierung entsprechen soweit möglich der "Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen Nahverkehrs" und decken die volkswirtschaftlichen Aspekte der Radverkehrsmaßnahmen ab.

Das im Projekt entwickelte Bewertungssystem für Maßnahmen des Radverkehrs ist als ein eigenständiges Verfahren konzipiert, das aber prinzipiell an die EWS 97 und die "Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen Nahverkehrs" angelagert werden kann. Maßnahmen können somit nach einheitlichen Grundsätzen bewertet werden und insbesondere Wirtschaftlichkeitsvergleiche von Radverkehrsmaßnahmen untereinander getroffen werden.

In der kommunalen Testanwendung hat sich das Verfahren grundsätzlich als stabil erwiesen und gezeigt, dass es für die Bewertung von Radverkehrsmaßnahmen geeignet ist. Jedoch werden für eine zuverlässige Anwendung des Verfahrens - insbesondere wenn dies mit weitreichenden finanziellen Konsequenzen verbunden ist - weiter, mit einem breiten Maßnahmenspektrum versehene Testanwendung vorgeschlagen.

Durch die Umsetzung des Verfahrens können Entscheidungs- und Argumentationshilfen für die Umsetzung von geplanten radverkehrsmaßnahmen in den Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Es kann damit dargestellt werden, dass Radverkehrsmaßnahmen zum volkswirtschaftlichen Nutzen beitragen können. Dies ermöglicht den effizienten Einsatz knapper finanzieller Mittel für Verkehrsmaßnahmen.
Kontakt
TCI Röhling, Heinrich-Hertz-Straße 4, 79211 Denzlingen


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Zentralbereich Forschungsmanagement
Am Grauen Stein
51105 Köln


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Dr. Sören Grawenhoff

Telefon: 0221 806-4106
Telefax: 0221 806-3496