Intermodaler Verkehr
Intermodalen Verkehren wird ein großes Wachstumspotenzial bescheinigt, da sie die Vorteile des LKW im Flächenverkehr mit den gebündelten Transporten auf Schiene und Wasser verknüpfen. Da hierbei zumindest in den Hauptläufen auch Verlagerungseffekte von der Straße erzielt werden, kommt der Attraktivitätssteigerung des Intermodalen Verkehrs wichtige politische Bedeutung zu. Im Vergleich zur hauptsächlich in Frage kommenden Alternative, dem reinen Lkw-Transport, hat der Intermodale Verkehr allerdings den Nachteil einer größeren Komplexität (z.B. Umschlag, Pünktlichkeit).
Modalohr – Transportkonzept für Sattelanhänger im Kombinierten Verkehr Straße / Schiene
Modalohr ist ein bereits eingesetztes Konzept zum schnellen Umschlag von Sattelanhängern zwischen Straße und Schiene. Die Sattelauflieger werden horizontal, also ohne Kraneinsatz, mit oder ohne Zugmaschine verladen. Durch die Möglichkeit des unabhängigen und auch gleichzeitigen Be- und Entladens der Wagen kann die Umschlagzeit deutlich gesenkt werden. Trotz der Verwendung von Standarddrehgestellen beträgt die maximale Sattelaufliegerhöhe vier Meter.
Während in den vergangenen Jahren auf der Straße ein kontinuierlicher Anstieg des Verkehrs mit Sattelaufliegern verzeichnet wurde, nahm die Bedeutung der Trailer im europäischen Kombinierten Verkehr Straße-Schiene gleichzeitig stetig ab.Modalohr nutzt die seit langem im Kombinierten Verkehr von Schifffahrt und Straße angewandte Roll-On-Roll-Off-Technik zur Optimierung der Straße-Schiene-Transportkette. Der große Vorteil gegenüber der herkömmlichen vertikalen Verladung ist, dass die Sattelanhänger nicht mehr speziell für die Kranverladung ausgerüstet sein müssen. Die horizontale Verladung der Sattelauflieger auf die Modalohr-Wagen erfolgt mit der Zugmaschine, weitere Umschlagvorrichtungen sind nicht erforderlich. Die Ladeplattform dreht dabei um die Mitte des Waggons aus, wobei die Be- und Entladung stets vorwärts erfolgt. Das seitlich versetzte Befahren der Wagentaschen ermöglicht ein schnelles und – bei ausreichend großer Terminalfläche – gleichzeitiges Verladen der Anhänger. Die fahrzeugseitig notwendige Mechanik ist gering, terminalseitig muss ein asphaltierter Umschlagplatz mit einer im Gleis integrierten Hub- und Drehvorrichtung zur Bewegung der Wagentasche errichtet werden. Die sehr tief liegende Wagentasche ermöglicht den Transport von Trailern mit einer Höhe bis zu 4 m auf allen Strecken mit UIC GB1 Lichtraumprofil. Durch die Verwendung von Standarddrehgestellen mit normalgroßen Rädern sind die Wartungskosten vergleichbar mit denen üblicher Güterwagen.
Die Modalohr-Technologie wird derzeit bei der „Rollenden Landstraße“ (RoLa) zwischen Aiton/Bourgneuf bei Chambery in Frankreich und Orbassano bei Turin in Italien eingesetzt. Diese RoLa-Verbindung wurde primär für den begleiteten alpenquerenden Kombinierten Verkehr konzipiert. Es hat sich allerdings gezeigt, dass zunehmend unbegleitete Sattelanhänger verladen werden. Weitere Modalohr-Verbindungen beispielsweise zwischen Regensburg und Wien sind zurzeit in Planung bzw. Bau.
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